Weißer Port
Die von den weißen Rebsorten der Region erzeugten Portweine unterscheiden sich heute im Wesentlichen durch ihren Süßegrad, der von "extra trocken" (extra dry, extra seco) bis "süß" (sweet, doce) reicht. Weiße Ports, die von einer längeren Fasslagerung geprägt sind, findet man immer seltener. Auch die früher vereinzelt produzierten weißen Jahrgangsports scheinen mittlerweile ausgetrunken und sind nur noch sehr selten zu finden.

Die roten Sorten lassen sich in zwei Gruppen einteilen: Ruby und Tawny Ports.

Ruby Port

Rubinrote bis lilane - manchmal fast schwarze - Ports, die jung abgefüllt wurden. In ihrer Aromatik von frischen Früchten wie Waldbeeren, Schattenmorellen usw. geprägt.

Ruby

Der einfache Ruby ist ein etwa 3-jähriger rubinroter Portwein. Er wird aus Weinen verschiedener Jahrgänge verschnitten und trägt daher keine Jahrgangsangabe.

Vintage Character / Premium Ruby

Auch beim Vintage Character (diese Bezeichnung darf seit kurzem nicht mehr verwendet werden) handelt es sich um eine Jahrgangscuvée. Es werden höherwertige Grundweine verwendet als beim Ruby, die nach etwa 4-5-jähriger Reifung abgefüllt werden. In der Farbe dunkler und im Geschmack tiefer kommt er als "Vintage Character" oder einem Markennamen (z.B. Graham's "Six Grapes") auf den Markt.

Late Bottled Vintage (LBV)

Ein Wein eines einzigen Jahrgangs, dessen Etikett sowohl das Jahr der Ernte, als auch das Jahr der Abfüllung trägt. Gesetzlich muss er nach frühestens vier und spätestens sechs Jahren abgefüllt werden. Viele LBV sind - sobald sie auf den Markt kommen - trinkreif. In letzter Zeit findet man jedoch immer häufiger den Zusatz "Traditional" auf dem Etikett. Solche Weine wurden ohne Schönung und Filterung - wie ein Vintage - direkt vom Fass abgefüllt und entwickeln sich in der Flasche noch weiter. Nach längerer Flaschenlagerung sollten sie dekantiert werden. (Achtung! Das IVP hat inzwischen den Zusatz "Traditional" untersagt; neuere LBV - etwa Jahrgänge 1998/99 - dürfen diesen Hinweis nicht mehr auf dem Etikett tragen. Nun  findet man den Zusatz "unfiltered".)

Vintage

Der Vintage gilt als König der Portweine. Er stammt aus einer Ernte und muss nach 2-3 Jahren abgefüllt werden, um dann in der Flasche über Jahre und Jahrzehnte seinem Höhepunkt entgegen zu reifen. In seiner Jugend ist er dunkel lila - manchmal fast schwarz - , mit zunehmenden Alter verliert er an Farbe und wird  immer heller bis zu einem zarten Orange. Ähnlich verhält es sich mit seiner Aromatik: Anfangs kraftstrotzend, pompös und oft noch disharmonisch, wird er mit der Zeit - Alkohol, Süße, Extrakt und Gerbstoffe vermählen sich langsam -  immer filigraner und harmonischer. Während dieser Entwicklung bildet sich reichlich Depot, so dass Vintages grundsätzlich dekantiert werden sollten.
Von welchem Jahrgang ein Hersteller einen Vintage abfüllen möchte - ihn deklariert - bleibt ihm überlassen. Das Portweininstitut überprüft jedoch die Qualität der angemeldeten Menge und entscheidet, ob entsprechende Garantiesiegel vergeben werden.
Die großen Shipper deklarieren einen Vintage gewöhnlich nur in den allerbesten Jahren. Fällt ein Jahrgang nicht ganz so excellent aus, bringen sie oft einen Single-Quinta-Vintage auf den Markt. Diese Weine stammen dann ausschließlich von einem Top-Weingut des Herstellers, weil oft dort gerade noch Weine entsprechender Qualität produziert werden konnten.
Kleinere Häuser - besonders die nur aus einer Quinta bestehenden - unterscheiden solche Jahrgänge nur selten.
Da es bei Wein auch fast immer um wirtschaftliche Interessen geht (und gehen muss!), hängt die Entscheidung zu einer Deklaration nicht zuletzt aber auch vom Lagerbestand und der aktuellen Marktsituation ab.

Tawny Ports

Das englische Wort "tawny" meint "lohfarben" und steht für hellere - von Fassreifung geprägte - Weine. Mit zunehmender Lagerung verlieren die Weine ihr Rot, werden tabakfarben und schliesslich bräunlich; sehr alte Tawnys zeigen sich oft mit einem leichten Olivgrün.
Tawnys sind gewöhnlich etwas schlanker als die Rubys und tendieren in ihren Aromen eher zu Trockenfrüchten wie Feigen und Datteln. Erst einmal abgefüllt, entwickeln sie sich in der Flasche nicht wesentlich weiter und sind daher für den baldigen Verbrauch bestimmt.

Tawny

Ein etwa dreijähriger Wein, der meist mehr durch die Wahl der Grundweine, als durch Fassreifung geprägt, einen Tawny-Charakter erhält.

Premium Tawny

Bei diesem - etwa 7-jährigen, gewöhnlich unter einem Markennamen (z.B. Dona Antonia von Ferreira) verkauften - Tawny wird der durch Fassreifung entstehende Charakter bereits deutlich.

10 Years old, 20 Years old, 30 Years old , over 40 Years old Tawny

Jahrgangscuvées deren organoleptische (Geruch, Geschmack usw.) Eigenschaften der Altersangabe entsprechen müssen. Wie bei einem Premium Tawny - und entsprechend zu einem Markenchampagner - verschneidet man verschiedene Weine derart, dass ein bestimmter Haus- bzw. Marken-Stil bei jeder neuen Abfüllung erlangt wird.

Colheita

Der Jahrgangstawny. Vorgeschrieben ist eine Fasslagerung von sieben Jahren - früher darf er nicht abgefüllt werden. Nach oben gibt es keine Grenze; nur das IVP kann qualitative Einwände vorbringen. So "richtig tawny" werden sie in der Regel erst nach zehn bis zwölf Jahren im Fass (das Abfülldatum muss angegeben werden). Diese - überwiegend von den portugiesischen Herstellern gepflegte - Kategorie kann herausragende Weine hervorbringen; Colheitas können äusserst fein, harmonisch und manchmal auch überwältigend sein. Man sollte sie gegenüber den Vintages daher nicht vernachlässigen; mancher Geschmack findet in diesem Portwein-Stil seine Offenbarung.

Quelle: www.portwine.de/

zurück zur Übersicht